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Informatik Sekundarstufe II

Netzkonfiguration  
   

Rechnerkonfigurationen für den Einsatz in der Schule

BICS Informatik (LISUM Berlin)

Allgemeines zu Schulrechneranlagen

Die BICS (Arbeitsbereich Informatik) an der LISUM Berlin hat in den letzten Jahren umfassende Erfahrungen mit speziellen Schulrechnerausstattungen gesammelt. Auch bei der Beschaffung gerade aktueller Produkte, die nicht nur für den Informatikunterricht, sondern für eine multifunktionale Nutzung bis hin zum Internetcafe gedacht sind, hat sie mitgewirkt.

Dabei hat sich gezeigt, daß die Anforderungen an die verwendete Technik und an die Systemverwaltung ganz andere sind, als man sie bei einer Standardlösung für Büroanwendungen üblicherweise antrifft.

Anders als in einem Büro wechseln in der Schule alle 45 Minuten die Benutzer der Arbeitsplätze, und man kann bei Schülern nicht unbedingt erwarten, daß sie zu jedem Zeitpunkt »vernünftig« mit ihrem Rechner umgehen.
Oft müssen einzelne Schüler und ganze Schülergruppen in Minuten schnell und einfach beim System an- und abgemeldet werden, wobei die Anzahl der Benutzer einer Schulrechneranlage dabei zwischen 100 und 1000 schwanken kann.

Nach diesen Erfahrungen ergeben sich folgende

Anwendungsbereiche und Anforderungen

für eine multifunktionale Schulrechneranlage:


Internetrecherchen (z.B. aktuelle Informationen für den PW-Unterricht)

Für Internetrecherchen müssen alle Arbeitsplätze über das lokale Netz auf eine einzige von allen gemeinsam genutzte ISDN-Telefonleitung geschaltet werden. Sinnvoll ist mittelfristig ein digitaler Zugang zum Behördennetz, auch breitbandiger als ISDN. Hierüber könnten die Schulen dann kostenlos zum entsprechenden Provider gelangen.


e-mail-Partnerschaften (z.B. für den Fremdsprachenunterricht) 

Auch wenn keine ständige online-Internetverbindung besteht, müssen alle Schüler zu jeder Zeit die für sie eingetroffene elektronische Post lesen, bearbeiten und beantworten können.

Auch der Zugang zu Newsgruppen muß möglich sein.


Nutzung zentraler Ressourcen (z.B. für die Anfertigung von Hausarbeiten, Dokumentationen, Referaten, Internetveröffentlichungen)

Laser-Drucker, Farb-Tintendrucker, Scanner, Plotter, Digitalkamera, Videokarte müssen weitgehend von allen Arbeitsplätzen erreichbar sein.


Einsatz von Lehr- und Lernsoftware, CD-ROMs (z.B. im Biologie-Unterricht)

Es sind Rechner erforderlich, die die Nutzung von Lehr- und Lernprogrammen ermöglichen, die für den Massenmarkt (Microsoft-Welt) produziert werden. Dabei ist in Einzelfällen der Einsatz eines zentral vorgehaltenen Mediums (CD-ROM oder Diskette) sinnvoll, das von allen Arbeitsplätzen über ein lokales Netz gemeinsam genutzt wird. Andererseits muß aus technischen und lizenzrechtlichen Gründen die Nutzung entsprechender Medien auch auf dem jeweiligen Arbeitsplatz möglich sein (lokale CD-ROM-Laufwerke).

Die Qualität heutiger Multimedia-Software (z. B. auf CD-ROMS) erfordert eine üppige Rechnerausstattung, die auch die Betrachtung von Videosequenzen ermöglicht, selbstverständlich auch mit Tonausgabe (ab Pentium-233, 32 MB). Die unterschiedlichen graphischen Oberflächen mit ihrer Fülle an Informationen verlangen große Monitore (17 Zoll).


Spezielle Anforderungen für den Informatikunterricht in der Sekundarstufe II

Für den Informatikunterricht sind eine Reihe von speziellen Werkzeugen erforderlich, u.a. Sprachprozessoren und professionelle Datenbankserver. Es muß möglich sein, das lient-Server-Prinzip am Beispiel einer SQL-Datenbank zu vermitteln. Abfragen und andere SQL-Operationen müssen von den einzelnen Schülerplätzen aus unter Verwendung von SQL-Aufrufen und -Scripts möglich sein.

Da sich der Informatikunterricht nicht in einer anwendungsorientierten Benutzerschulung erschöpfen kann, müssen außerdem die Informatiker an der Berliner Schule die Möglichkeit haben, mit einem firmenunabhängig international standardisierten und offenen Betriebssystem (Unix) arbeiten zu können. Die Rechnerausstattung muß deshalb so gewählt werden, daß auch ein Betrieb, beispielsweise unter dem kostenlosen Betriebssystem Linux, möglich ist (vergleiche Empfehlung des Beirats für Informationstechnische Bildung vom 21. März 1994).


Informationstechnischer Grundkurs

Für den Informationstechnischen Grundkurs sind keine zusätzlichen Anforderungen zu formulieren. Für anwendungsorientierte Themen sind die Nutzung von e-mail, Internetzugang, Office-Paketen u.ä. hilfreich.


Sieht man vom Einsatz der speziell für die Microsoft-Welt entwickelten Lern- und Lehrprogrammen ab, so lassen sich alle anderen hier vorgestellten Anwendungen hervorragend unter Linux abdecken (integrierte Office-Pakete wie ApplixWare, StarOffice, WordPerfect, Internetbrowser Netscape, graphische Oberfläche KDE, hunderte von Anwendungsprogrammen aus allen Bereichen), wobei das technisch ausgereifte und seit zwanzig Jahren weltweit fortentwickelte Betriebssystem praktisch keiner Gefährdung durch Viren unterliegt.


Technische Aspekte
  1. Die Systeminstallation der Schülerarbeitsplätze muß sicher sein vor jeder Manipulation durch Schüler.
  2. Jeder Schüler, der mit seiner Arbeit am Rechner beginnt, findet die gleiche vom Lehrer voreingestellte Arbeitsumgebung vor.
  3. Jeder Schüler hat einen eigenen beschreibbaren Arbeitsbereich (Heimatverzeichnis), den er unabhängig von der Wahl des Arbeitsplatzes nutzen kann. Der Speicherumfang muß einstellbar sein (z.B. Quotierung auf 10 MB).
  4. Alle Schüler haben (lesenden) Zugriff auf zentral vorgehaltene Dateien (Mustertexte).
  5. Alle Schüler haben (lesenden) Zugriff auf zentral eingelegte Disketten und CDs.
  6. Die Benutzerverwaltung erfolgt zentral, einfach und übersichtlich. Es sind z.T. mehr als 300 Schüler mit ihren Arbeitsbereichen zu verwalten, wobei umfangreiche An- und Abmeldungen oft in Abständen von wenigen Tagen erfolgen. Die Zugriffsrechte sollten mit der Anmeldung eines Schülers standardmäßig einen minimalen Umfang haben. Bestimmte Programme (z.B. Netscape) müssen mit individuellen Voreinstellungen (e-mail-Adresse, Name, Server) für den jeweiligen Schüler zur Verfügung stehen, damit das Programm ohne eigene und fehleranfällige Konfigurationsarbeiten sofort benutzt werden kann.
  7. Mehrere zentrale Drucker und andere Geräte stehen allen im Netz arbeitenden Schülern zur Verfügung.
  8. In der Regel werden Softwareprodukte einmalig zentral installiert (Klassenraumlizenzen) und stehen dann an allen Arbeitsplätzen zur Verfügung.
  9. Von jedem Arbeitsplatz ist es möglich, im Internet zu "surfen", die Anzahl der parallelen Sitzungen ist allein abhängig von der vorhandenen ISDN-Leitungskapazität. Eine Soundkarte ist jeweils vorzusehen.
  10. Jeder Schüler hat eine eigene gesicherte Mailbox.

Die Erfahrung hat gezeigt, daß sich auch namhafte Firmen bei der Realisierung von Rechneranlagen, die die hier beschriebenen Anforderungen erfüllen, sehr schwer tun, da es keine Standard-Büro-Installationen sind. Die BICS-Informatik hat in den letzten Jahren an einer Reihe von Schulen geholfen, unterschiedliche Musterlösungen zu verwirklichen, die bei Bedarf besichtigt werden können.

Klar ist, daß eine einfache lokale Windows 98 - Installation mit Workgroupvernetzung völlig ungeeignet für den Schuleinsatz ist. Jede Systemdatei läßt sich vom Schüler löschen und manipulieren. Firmenspezifische Lösungen zur Sicherung von Windows 98 - siehe unten - müssen dokumentiert, einfach zu handhaben und transparent sein und dem Lehrer alle erforderlichen Rechte geben. Lösungen, die auf Betriebssystemen aufbauen, die entsprechende Rechtevergaben von vornherein vorsehen, sind solchen »Insellösungen« jedoch vorzuziehen.


Da die multifunktionalen Rechneranlagen für unterschiedliche Schularten beschafft werden sollen, müssen der differierende Ausbildungsstand der Nutzer (Lehrer) und die unterschiedlichen Anwendungsziele berücksichtigt werden (Informatikunterricht, Grundschule, Sek I, Sek II). Daraus ergeben sich unterschiedlich auszustattende und zu konfigurierende Lösungen. Im folgenden werden einige erprobte Lösungen vorgestellt und im Zusammenhang mit dem Schuleinsatz beurteilt.


Erprobte Lösungen

1. Windows NT-Systeme

Die BICS empfiehlt keine reinen Windowsnetze mit Windows-NT-Severn, wenn nicht fundierte Kenntnisse und Erfahrungen in der Administration von Netzen vorliegen und wöchentlich mehrere Stunden zur Verfügung stehen, um erforderliche Wartungsarbeiten durchzuführen. Die Realisierung einer "schülersicheren" Installation ist sehr aufwendig, die Konfiguration eines Mail-Servers äußerst schwierig


2. Linux- oder Windows- Workstations am Linux-Server

Für statische Installationen, wie man sie z.B. für den Informatikunterricht, e-mail- und Internetzugang benötigt, empfehlen wir Linux- oder Windows-NT-Workstations an einem Linux-Server, der ggf. mit dem Programmpaket "Samba" alle in der Schule benötigten Aufgaben eines NT-Servers übernimmt, aber leichter zu administrieren ist. (So sind Schreibrechte für neu eingerichtete Benutzer automatisch auf ihr jeweiliges Heimatverzeichnis beschränkt, Systembereiche müssen nicht umständlich "schülersicher" gemacht werden uvm.) Über diesen Server kann auch der Internetzugang und der Betrieb eines schuleigenen uucp-basierten Mail- und News- Servers realisiert werden.


3. Wartungsfreie Schülerarbeitsplätze

Den geringsten Installations- und Wartungsaufwand hat man beim Einsatz von graphischen Terminals, die an einen leistungsfähigen Server angeschlossen werden. Hier erfolgt die Softwareinstallation einmalig und