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Trans-Atlantisches Geschichtsprojekt

Der Zweite Weltkrieg in Augenzeugenberichten

Durchführung
Jede E-Kommunikation beginnt mit einer recht lebhaften Phase, die überwiegend vom Kennenlernen der transatlantischen Kommunikationspartner bestimmt ist. Diese spontane Phase hält bis maximal einen Monat an. Dann kommen, wenn keine konkreten Unterrichtsprojekte die weiteren Themen vorgeben, die frei vereinbarten Themen bzw. Projekte an den Start, hier also das TAG-Projekt. Der Fragebogen wurde im wesentlichen von drei Schülern entworfen. Er enthält zehn Fragen zu den Erlebnissen der Befragten in der Zeit zwischen 1943 und 1945. Der Fragenkatalog wurde nach Camarillo verschickt, wo sich wiederum auch zunächst nur zwei, dann vier Schüler und Schülerinnen für das Projekt interessierten. Sowohl auf deutscher als auch auf amerikanischer Seite wurden die Weihnachtsferien für erste Interviews genutzt. Interessant war, daß alle Interviewten in Amerika einen direkten Bezug zur deutschen Geschichte haben: Sie sind Auswanderer, die Deutschland zwischen 1935 und 1940 verlassen haben. Auf deutscher Seite fiel es den Schülerinnen und Schülern sehr schwer, Interviewpartner zu finden. Persönliche Beziehung bestimmt die Auswahl der Personen, und das jeweils individuelle Erleben bzw. die jeweilige Fähigkeit zum Erinnern und Reproduzieren bestimmt den Umfang der historischen Dokumentation. Dies stellt den Wert des Projektes aber nicht in Frage, solange die gelieferten Stellungnahmen und Dokumente nicht der wissenschaftlichen Rezeption dieser Zeit grundsätzlich widersprechen. In jedem Falle sind Informationen über die Möglichkeiten und Grenzen der oral history zu geben, bevor eine unreflektierten Veröffentlichung Schaden anrichten kann. Zudem bahnt die Hinzuziehung von Fachkolleginnen oder Fachkollegen aus dem Geschichts-/Politikbereich - zunächst vielleicht in nur beratender Funktion - die angestrebte Öffnung des Projekts zum fächerübergreifenden Unterrichten an. Nach Eingang der ersten Interviews waren beide Seiten gefordert, die jeweilig fremdsprachlichen Texte zu übersetzen. In Berlin geschah dies in Kooperation mit einer Fachlehrerin für Englisch, die bei der Übersetzung der amerikanischen Quellentexte (Interview-Transkriptionen) ins Deutsche beratend zur Seite stand. In Camarillo wurden und werden die deutschen Quellentexte im Rahmen des fremdsprachlichen Fachunterrichts aus dem Deutschen ins Amerikanische übersetzt. Hier werden die fächerübergreifenden Ansätze im fremdsprachlichen Bereich deutlich: Das Projekt ist zwischen ITG- und Geschichts- und Fremdsprachenunterricht angesiedelt. Es können darüberhinaus bei Bedarf und vorhandener Kooperationsmöglichkeit geografische Bezüge im Erdkundeuntericht erarbeitet werden - ein Bedarf hierfür ergab sich vor allem in der Kennenlernphase der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, z. T. aber auch aus den Themendiskussionen, die ja recht interessante Hinweise auf bestimmte regionale Besonderheiten in sozial- und wirtschaftsgeographischer Hinsicht ergaben. Schließlich wurden die Ergebnisse zu Webpages, also Dokumenten im HTML-Format des World Wide Web (die multimediale Plattform des Internet), gestaltet. Jede Interviewseite wurde in beiden Sprachen bereitgestellt, die Dokumente nur in einer Sprache. Wegen der Dateigröße der Bilddateien wurden diese in den Abmessungen, Farben und in der Auflösung soweit reduziert, daß sie gerade noch Charakter und Lesbarkeit behielten und sich dennoch vernünftige Ladezeiten ergaben. Zum Teil wurden sie nach Entwürfen der Schülerinnen und Schüler auch collagiert, um einen Gesamteindruck zu vermitteln. Diese Collagen stellen dann zugleich das Menü dar, über das gezielt auch einzelne Bilddokumente durch Links abgerufen und betrachtet werden können. Wegen der Übertragungszeit sind jeweils die Dateigrößen mit angegeben.

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